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Europas Torjäger einst und heute

Europa TorjägerWar früher wirklich alles besser, oder sind die Torjäger von heute jenen der Vergangenheit überlegen? Wie unterscheiden sich die Paradestürmer von einst und heute, und was wurde aus den Helden vergangener Tage im Leben nach der Karriere? Diesen Fragen sind wir in der vorliegenden Arbeit „Europas Torjäger einst und heute“ nachgegangen, und dabei auf überaus interessante Erkenntnisse gestoßen.

Untersucht wurden dabei die Preisträger des europäischen „Goldenen Schuhs“  seit dessen Einführung im Jahr 1968, der jährlich an den Spieler mit den meisten erzielten Toren in einer nationalen Meisterschaft vergeben wird. Die Geschichte dieser Auszeichnung ist eine durchaus bewegte, und hat neben einer zwischenzeitlichen Aussetzung auch einen handfesten Manipulationsskandal aufzuweisen. Nachdem der Goldene Schuh in den Jahren 1991 bis 1996 nicht vergeben wurde, reformierte man die Vergabemodalitäten und führte die Auszeichnung 1997 wieder ein. Seit der Reform werden die erzielten Treffer in den diversen nationalen Ligen abhängig von der Ligastärke unterschiedlich gewichtet, was dazu geführt hat, dass die Preisträger der letzten Jahre größtenteils aus den stärksten europäischen Ligen kamen.

Neben der historischen Entwicklung dieser Auszeichnung wurde vor allem die Veränderung der Preisträger im Zeitablauf hinsichtlich Alter und Körpergröße untersucht. Entgegen dem viel propagierten Jugendwahn im Spitzenfußball lässt sich dieser Trend bei den Goldenen Schuh Preisträgern nicht erkennen. Das durchschnittliche Alter der erfolgreichsten Torschützen Europas hat in den letzten Jahren sogar zugenommen.

Ebenso interessant ist die Betrachtung der Körpergröße der Gewinner, die durchschnittlich im Zeitverlauf nur sehr geringfügig variiert. Während aber der Durchschnitt recht konstant bleibt, zeigt sich eine Zunehmende Spezialisierung der Stürmertypen. War der Goldene Schuh Gewinner in den Anfangsjahren tatsächlich im Bereich zwischen 1,75 und 1,85 Meter, so häuften sich die Extremwerte in den vergangenen Jahren. Soll heißen, dass ein Torjäger in den Jahren 1968 bis 1991 was dessen Körpergröße anbelangt dem Durchschnittsbürger entsprach, in den Jahren nach 1997 treten vermehrt extrem große (Luca Toni) und kleine Stürmertypen (Lionel Messi) in den Vordergrund.

Einige der Spitzenstürmer vergangener Tage sind noch immer in den Medien präsent und konnten auch das Leben nach der Karriere überaus erfolgreich gestalten, andere wiederum hatten und haben große Probleme, sich im „Leben danach“ zurechtzufinden. So sind Namen wie Eusebio (bis zu seinem Tod im Januar 2014), Ronaldo, Marco van Basten oder Hans Krankl auch heute noch stets in den Medien präsent und dem Fußball verbunden geblieben, andere wiederum sind nach der erfolgreichen Laufbahn in der Versenkung verschwunden. Eine erfolgreiche Trainerkarriere blieb dabei den meisten Legenden früherer Zeiten verwehrt – Marco van Basten bildet dabei die Ausnahme. Gerd Müller als Co-Trainer bei Bayern München II oder Toni Polster als Trainer in der österreichischen Regionalliga zeigen, dass eine erfolgreiche Fußballerkarriere noch keineswegs eine erfolgreiche Trainerkarriere bedeutet.

Die gesamte Arbeit „Europas Torjäger einst und heute – Der Goldene Schuh der UEFA und seine Preisträger im Wandel der Zeit“ können Sie hier downloaden.

Download Studie „Europas Torjäger einst und heute“