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Ligastärke und Heimvorteil

Ligastärke und HeimvorteilAufbauend auf die Studie „Heimvorteil im Europäischen Spitzenfußball – Mythos oder Realität?“ gehen wir in dieser Arbeit der Frage nach, ob die Stärke einer Liga Einfluss auf die relative Anzahl an Heimsiegen hat. Schon in der Ausgangsstudie war augenscheinlich, dass die großen Ligen im Mittelfeld der Rangliste nach Anzahl an Heimsiegen gereiht waren – in dieser Arbeit sind wir diesem ersten Eindruck näher nachgegangen.

Untersucht wurde dabei der Zusammenhang der bereits ermittelten relativen Anzahl an Heimsiegen einer Liga und deren UEFA-Koeffizienten als Kennzahl, die Auskunft über die Stärke einer Liga gibt. Unter Zuhilfenahme des Spearman-Korrelationskoeffizienten wurden 19 der stärksten europäischen Ligen untersucht, wobei sich eine sehr schwach positive bzw. keine Korrelation zwischen Ligastärke und Heimvorteil ergab. Mit dieser Berechnungsmethode lassen sich allerdings nur positive bzw. negative Zusammenhänge aufzeigen. In dem zu Grunde liegenden Fall liegt ein Zusammenhang „je stärker die Liga, desto durchschnittlicher die relative Anzahl an Heimsiegen“ vor, was sich anhand der untenstehenden Abbildung verdeutlichen lässt.

Liga % Heimsiege UEFA-Koeffizient
Finnland Veikkausliiga 43,7 7175
Dänemark Superliga 44 19900
Schottland Premier League 44,1 16566
Portugal Primeira Liga 45,1 56133
Schweden Allsvenskan 45,2 15925
Frankreich Ligue 1 45,7 52166
Deutschland Bundesliga 45,8 73641
Russland Premier League 45,8 42665
Ukraine Premier League 46 37466
Türkei Süper Lig 46,4 31600
Italien Serie A 46,7 58938
England Premier League 46,8 75796
Schweiz Super League 46,9 30425
Belgien Jupiler League 47,8 34100
Niederlande Eredivisie 48,2 41146
Spanien Primera Division 48,2 82427
Österreich Bundesliga 48,4 27525
Griechenland Super League 48,8 30600
Norwegen Tippeligaen 49,3 14275

In dieser Abbildung wurden schwächere Ligen mit einem UEFA-Koeffizienten von unter 35.000 grün eingefärbt, starke Ligen mit einem höheren Wert wurden grau markiert. Es lässt sich dabei eine deutliche Tendenz zur Mitte bei den stärkeren Ligen erkennen – die Extrempositionen werden durchwegs von schwächeren Ligen eingenommen.

Der Schluss liegt dabei nahe, dass durch die höhere Homogenität und Leistungsdichte in stärkeren Ligen der Heimvorteil eine weniger starke Rolle spielt, als in kleineren Ligen. Ausnahmen bilden dabei die niederländische Eredivisie und die spanische Primera Division, die einen recht hohen Wert an Heimsiegen aufweisen, sowie die portugiesische Primeira Liga, in der es tendenziell weniger Heimsiege gibt. Dies dürfte vor allem an der durchschnittlichen Anzahl an Toren in den jeweiligen Ligen und damit der geringeren bzw. höheren Unentschieden-Wahrscheinlichkeit liegen. So finden sich die Niederlande (22,5%) und Spanien (24,2%) am untersten Ende der Skala nach Unentschieden-Häufigkeit, in der portugiesischen Primeira Division enden mit 26,7 Prozent der Spiele deutlich mehr Begegnungen mit einem Remis.

Die gesamte Studie können Sie über den untenstehenden Link abrufen:

Download Studie „Ligastärke und Heimvorteil“